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Rottweil Römer

Das römische Legionsbad ist das wichtigste bisher bekannte Baudenkmal aus der römischen Vergangenheit Rottweils. Es zählt zu den bedeutendsten Anlagen seiner Art in Baden-Württemberg und wurde möglicherweise schon unter Kaiser Vespasian nach 74 n. Chr. erbaut.

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Das teilrekonstruierte römische Legionsbad ist das wichtigste bisher bekannte Baudenkmal aus der römischen Vergangenheit Rottweils. Als 1967 der Stadtfriedhof erweitert wurde, stieß man auf die 45 mal 42 Meter große römische Badeanlage, die 1971 der Öffentlichkeit übergeben wurde. Die große Thermenanlage, die den Soldaten des zugehörigen Legionslagers zur Entspannung diente, wurde um 75/80 n. Chr. von der 11. Legion errichtet und zählt zu den bedeutendsten Anlagen ihrer Art in Baden-Württemberg.

Während ihres Bestehens wurde sie mehrmals umgebaut und an wechselnde Bedürfnisse angepasst. Mit der Aufgabe des Kastells II im frühen 2. Jahrhundert n. Chr. endete auch die Benutzung des Bades. Das Legionsbad am Hauptfriedhof ist ein Freilichtmuseum und immer geöffnet (gratis).

Die Thermenanlage gehört zu den größten Bädern Südwestdeutschlands. Sie war Teil eines Legionslagers (Kastel I). Nach dessen Aufgabe integrierte man das Bad in das nachfolgende kleinere Hilfstruppenlager (Kastell II).

Die im Gelände erkennbare Ruine zeigt den aus Stein errichteten, eigentlichen Badetrakt mit den beheizten und unbeheizten Räumen sowie den kalten und warmen Wasserwannen. Die davor liegenden Hallen und Freianlagen für Sport und Spiel sind nicht ausgegraben. Sie bestanden vermutlich aus Fachwerk.

Das Bad wurde durch die 11. Legion errichtet und während ihres Bestehens mehrmals umgebaut und an wechselnde Bedürfnisse angepasst. Mit der Aufgabe des Kastells II im frühen 2. Jahrhundert n. Chr. endete auch die Benutzung des Bades.

Arae Flaviae (Rottweil) liegt verkehrsgeographisch günsit am oberen Neckar zwischen Schwarzwald und Schäbischer Alb. Die römischen Siedlungsbereich erstrecken sich etwa 2 km südlich der mittelalterlichen Kernstadt auf der Flur “Hochmauern” im Stadtteil “Rottweil-Altstadt” zwischen Neckar und Prim sowie links des Neckars auf dem “Nikolausfeld” in der Rottweiler Mittelstadt.

Unter der heutigen, im Hochmittelalter angelegten Stadt wurden bislang keinerlei römische Siedlungsspuren nachgewiesen.

In Rottweil entstand der östliche Ausgangspunkt für den Bau der Kinzigtalstraße 73 / 74 n.Chr., die das Legionslager in Straßburg mit der Donau verband. Die erste römische Präsenz ist von mehreren aufeinander folgenden Militärlagern geprägt. Lediglich für das zwischen Neckar und Prim gelegene Kastell III konnte eine zugehörige Zivilsiedlung, aus der sich die spätere Stadt Rottweil entwickelte, nachgewiesen werden.

Die Ausdehnung des besiedelten Areals blieb durch die naturräumlichen Gegebenheiten beschränkt und umfasste etwa 25 Hektar. Nach Aussage von Münzfunden scheint die Besiedlung bis nach der Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. in kleinen Teilen fortzubestehen.

Der Beleg, dass es sich bei Arae Flaviae um eine römische Stadt im juristischen Sinn handelte, brachte 1950 der Fund eines Schreibtäfelchens aus Fichtenholz in einem Brunnen. Darauf wird ein am 4. August 186 n. Chr. gefälltes Urteil des Straßburger Legionslegaten sowie der Ausstellungsort Arae Flaviae als “actum municipio Aris (Flavis)” genannt.

Arae Flaviae ist damit die einzige rechtsrheinische Siedlung Obergermaniens mit diesem Titel und damit eine Stadt nach römischem Verständnis im heutigen Baden-Württemberg. Wann und in welchem Zusammenhang die Stadtrechtsverleihung genau erfolgte, ist jedoch unklar. Ein Zusammenhang mit der Provinzeinrichtung 84 / 85 n. Chr. wäre möglich, mit dem Abzug des Militärs spätestens zu Beginn des 2. Jahrhunderts oder mit einer Verwaltungsreform unter Kaiser Trajan zur selben zeit.

Dominikanermuseum Abteilung arae flaviae

Die Abteilung arae flaviae – römisches Rottweil ist Zweigmuseum des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg und wurde im Juli 2011 neu konzipiert und erweitert wieder eröffnet. Die Ausstellung begleitet die Besucher am 4. August des Jahres 186 n. Chr. durch das römische Rottweil, beginnend morgens auf dem Forum, zu verschiedenen öffentlichen und privaten Terminen bis hin zum Festmahl am Abend. Rekonstruktionen und interaktive Bereiche ergänzen die Ausstellung.

Im Zentrum der Ausstellung steht das Orpheus-Mosaik, das für Rottweil aber auch generell für die Römerzeit in Baden-Württemberg von zentraler Bedeutung ist. Es wurde bereits 1834 südlich des Hofgutes Hochmauren als Fußboden eines 8 x 8 Meter großen Raumes gefunden und zeigt den thrakischen Sänger, der die Tier- und Pflanzenwelt bezaubert.

Aufgrund einer hölzernen Schreibtafel mit Nennung der Stadt als municipium aus dem Jahr 186 n.Chr. gilt Rottweil als einzige römische Stadt Baden-Württembergs. Als ältester Stadt des Landes kommt Rottweil damit besondere Bedeutung zu. Das römische Arae Flaviae wurde bereits zu Beginn der 70er Jahren des ersten nachchristlichen Jahrhunderts unter Kaiser Vespasian gegründet. Bis zur Anlage einer Stadt befanden sich hier zunächst fünf nacheinander belegte Militärlager, darunter ein Legionslager, zu beiden Seiten des Neckars. Der Name (flavische Altäre) verweist auf ein zentrales Heiligtum für das Kaiserhaus, das sich hier befunden haben muss.

Die ausgestellten Objekte erzählen von der bewegten römischen Vergangenheit mit verschiedenen Bevölkerungsschichten und Berufsgruppen, mit Zivilisten und Soldaten. Zubehör römischer Rüstungen und von Pferdegeschirr – darunter eine Rarität: die bronzenen Beschläge eines Sattels stehen für die militärischen Anfänge. Besondere, für Süddeutschland einmalige Funde, sind ein Wasserhahn für Warm- und Kaltwasser sowie ein hölzerner Schuhleisten. Weitere Funde aus Keramik, Metall, Glas und Bein belegen das alltägliche aber teils auch luxuriöse Leben im römischen Rottweil.
Rekonstruktionen und interaktive Bereiche ergänzen die Ausstellung.

Erstmals in einem Museum zur römischen Geschichte gibt es im Dominikanermuseum Rottweil ein interaktives Museumsspiel, das den Alltag einzelner Personen des römischen Rottweils (municipium Arae Flaviae) während des Rundgangs erlebbar macht. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr.

Römisches Bad unter St. Pelagius

Beim Neubau der Pelagiuskirche Ende des 19. Jahrhunderts wurde eine große römische Badeanlage entdeckt. Es handelt sich vermutlich um das Bad eines unweit der heutigen Kirche lokalisierten römischen Militärlagers. Nach Abzug der Soldaten diente das Badegebäude bis ins 3. Jahrhundert als öffentliches Bad der antiken Stadt (Arae Flaviae), die sich auf dem Höhenrücken zwischen Neckar und Prim befand. Für Besucher ist heute unter der Kirche ein Blick in die Fußbodenheizung (Hypocaustanlage) des Bades möglich. Der Eingang befindet sich an der Außenseite des Chorraums. Vor dem Haupteingang steht eine Nachbildung des dort gefundenen großen Labrums (Wasserbeckens). Das Original ist heut im Dominikanermuseum ausgestellt.

Öffnungszeiten: April bis Oktober von 9 bis 18 Uhr geöffnet, November bis März nur auf telefonische Anfrage beim Pfarramt St. Pelagius, Telefon 0741-21263.