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Rottweil Neckarburg

Malerisch auf einem langgestreckten Umlaufberg in einer Neckarschleife erheben sich Säulen in den Himmel. Es sind die sichtbaren Mauern mit ihren teilweise noch erhaltenen Rundbogenfenstern. Die Neckarburg bei Rottweil zählt zu den ältesten Befestigungsanlagen des Landes.

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Die Burgruine Neckarburg liegt malerisch auf einem langgestreckten Umlaufberg in einer Neckarschleife inmitten eines Naturschutzgebiets. Die 793 erstmals urkundlich erwähnte Neckarburg gilt als eine der ältesten Befestigungsanlagen des Landes. Die heute sichtbaren, hoch aufragenden Mauerteile mit ihren teilweise noch erhaltenen Rundbogenfenster stammen von einem schlossartigen Neubau aus der Renaissancezeit, der Ecktürme besaß, während von älteren Bauten nicht mehr viel erkennbar ist. 1580 wird die Burg als nicht mehr bewohnt bezeichnet. Als Rest eines abgegangenen Burgweilers hat sich hinter der Ruine auf einer Wiese die 1769 umgebaute Michaelskapelle erhalten. Unterhalb der Burgruine überbrückt eine gedeckte Holzbrücke romantisch den Neckar. Zur Ruine führt ein kurzer kindgerechter Fußweg.

Anfahrt mit dem Pkw. Von der A 81 Stuttgart-​Singen die Ausfahrt Rottweil (34) abfahren; ein kleines Stück auf der Bundesstraße Richtung Rottweil; vor Rottweil auf die B 14 abbiegen Richtung Oberndorf; nach ca. 2 km abbiegen zum Hofgut Neckarburg (Parkplatz vor dem Hofgut Neckarburg); vom Parkplatz zu Fuß auf den Umlaufberg (bei der überdachten Holzbrücke), auf dem sich die Ruine befindet.

Die Neckarburg (auch Hinterburg genannt) wurde im 8. Jahrhundert erbaut, 793 im Besitz des alemannischen Grafen Berthold an das Kloster St. Gallen verschenkt und kam ab 1315 in dem Besitz Reinher I. von Rüti. Später war die Burg im Besitz der Grafen von Sulz, wurde im 16. Jahrhundert zum Renaissance-Schloss umgebaut und 1580 abgebrochen. Von der ehemaligen Anlage sind noch die Umfassungsmauern erhalten. Unterhalb der Burgruine steht die 1951 erbaute Holzbrücke Neckarburg.

Erstmals in einer Urkunde erwähnt wurde die Höhenburg 793 als "Nehhepurc". Der alamannische Baargraf Berthold verschenkte sie an das Kloster Sankt Gallen und bekam sie als Lehen zurück. Erbaut wurde sie als Fluchtburg von den alamannischen Adligen der Bertholden oder der Alaholfinger. Aus dieser frühen Zeit haben sich jedoch keine baulichen Überreste erhalten. Gut sichtbar sind immer noch Teile des Burggrabens und der umlaufenden Wehranlage.

Erst im 11. Jahrhundert setzt die schriftliche Überlieferung der Neckarburg wieder ein, als sie im Besitz zweier adeliger Familien war. Ab 1279 war die Burg dann im Besitz der Grafen von Sulz. Im 14. Jahrhundert wurde die Burg zweigeteilt, die vordere Burg, die frühere Vorburg, besaßen die Herren von Neuneck, die hintere Burg, die ursprüngliche Turmburg wurde von den Herren von Rüti bewohnt. Beides waren jeweils Lehen der Grafen von Sulz und der Grafen von Hohenberg. Ab 1375 hatten die Grafen von Wirtemberg das Öffnungsrecht inne.

Im Jahr 1379 wurde die Neckarburg stark beschädigt. Damals lagen die Herren von Neuneck mit den Wildensteinern im Streit. 1387 wurde die Turmburg als Burgstall, also als unbewohnbare Burg, bezeichnet, als die Sulzer Grafen mit den von Rütli vereinbarten, dass die Grafen vom Burgstall der Rütli Steine zum Mauerbau bekommen sollten. 1580 wurde die Burg von der Rottweiler Familie Spreter von Kreudenstein gekauft. Zu jeder Zeit wurde die Hinterburg abgebrochen und die Vorderburg als repräsentatives Schloss ausgebaut. Dabei wurden beide Burgteile, Vorder- und Hinterburg abgerissen. An neuer Stelle, in eetwa 50 Meter Distanz zu den abgebrochenen Teilen wurde die Neckarburg als dreitürmiges Schloss neu aufgebaut. Eine Abbildung der damaligen, prachtvollen Burg ist in einem Gemälde, von Johann Georg Glückher, in der Michaelskapelle erhalten.

Während des Dreißigjährigen Krieges stand das Schloss zeitweise leer, aufgrund dessen war das Schloss, ab dem 17. Jahrhundert nicht mehr bewohnbar. Im 18. Jahrhundert kam es zusammen mit dem zugehörigen Gutshof in den Besitz des Klosters Sankt Georgen im Schwarzwald, dessen Abt Michael Glükher die Burgkapelle und die spätere Pfarrkirche sowie den Gutshof erneuern ließ. Das mit 1711 bezeichnete Wappen über der Tür des Gutshofes stammt aus dieser Zeit. 1836 erwarben die Grafen von Bissingen-Nippenburg die Schlossruine sowie den Gutshof.

Seit 1990 existiert mit Radio Neckarburg ein lokaler Radiosender, der sich nach der Neckarburg benannt hat. Unterhalb der Burgruine steht die 1951 erbaute Holzbrücke Neckarburg. Wenige Kilometer nordwestlich überspannt die Neckarburgbrücke der A81 das Neckartal, an deren Nordende die Raststätte Neckarburg einen guten Ausblick über das Tal bietet.