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Buchenbach Burg Wiesneck

Jahrhundertelang bewachte sie den Zugang zum Höllental und zum Wagensteigtal, die beiden wichtigsten Verbindungswege über den Schwarzwald. Vor mehr als 350 Jahren wurde die Burg Wiesneck in Buchenbach zerstört. Inzwischen wollen Bürger die Reste der einst stolzen Festungsanlage vor dem weiteren Zerfall bewahren. Es gibt zwar zahlreiche Berichte über die Burg und ihre Bewohner, aber inwieweit sie der historischen Wahrheit entsprechen, ist ungewiss.

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Heute sind von der stolzen Burg, die einmal eine der größeren in der Region war, nur noch wenige Ruinen zu sehen. Dennoch lohnt sich der Besuch. Wie die Burg einmal ausgesehen haben mag, kann vielleicht ein Bild vermitteln, ein Altarbild in der Stegener Schlosskapelle, das aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammt. Die Ruine liegt am Ende eines Bergausläufers in das Dreisamtal, der bei Sankt Märgen in einer Höhe von etwa 800 Meter beginnt und im Dreisamtal westlich von Buchenbach endet. Hier im Zartener Becken beginnen das Höllental, das Wagensteigtal und das Unteribental. Insofern hatte sie strategische Bedeutung. Vermutlich führte schon vor 2000 Jahren zur Zeit der Römer ein Saumpfad an der Burg vorbei auf die Höhen des Schwarzwaldes. Daran erinnert noch die Römerstraße bei Sankt Märgen.

Der heimatgeschichtliche Arbeitskreis von Buchenbach hatte anlässlich der Herausgabe eines Heimatbuches “Buchenbach” einige Fakten zusammengetragen. Darin heißt es: “Die ersten Nachrichten, die wir von der Burg haben, stehen im Zusammenhang mit Herrschaftsauseinandersetzungen. Im Jahr 1079, so berichtet im 16. Jahrhundert der Chronist Gallus Öhem, habe Bertold von Zähringen die Burg Wieseneck eingenommen `und zwar alle die von dem Brisgöwumb den Schwartzwald sitzende under sin herschafft`.” Von ihrem Ende wird berichtet: “Als während des Dreißigjährigen Krieges, im Sommer 1644, die Schweden die Freiburger Gegend durchzogen, legten sie die Wiesneck in Schutt und Asche.”

Im Jahr 1096 benannte sich Graf Adalberg von Haigerloch nach der Burg. Die Schwaben wollten ihren Einfluss über den südlichen Schwarzwald angehen und legten sich dabei mit den Zähringern an, die ebenso aus dem Schwäbischen stammen. Wie bedeutsam Wiesneck einmal war, lässt sich daraus ablesen, dass der junge Barbarossa auf einem Zug von Freiburg nach Sankt Peter auf der Burg nächtigte.

Die Grafen von Haigerloch gründeten von Wiesneck aus das Kloster Sankt Märgen als Konkurrenz zum Zähringschen Sankt Peter. Das blieb nicht ohne Folgen. Ein bewaffneter Trupp der Zähringer griff die Wiesneck im Jahr 1121 an. Damit waren die Machtverhältnisse Dreisamtal und auch im Südschwarzwald geklärt. Im 12. Jahrhundert starb die Familie der Grafen von haigerloch-Wiesneck aus. Daraufhin fiel die Burg an die Grafen von Hohenberg, die sie wiederum weiter verkauften. Im Bauernkrieg überrannten aufständische Bauern unter ihrem Anführer Hans von Bulgenbach die Wehranlage und zerstörte die Burg. Zwar wurde sie teilweise wieder aufgebaut, doch im Dreißigjährigen Krieg schleifte ein durchziehendes französisches Heer die Anlage. Schließlich wurde Wiesneck als Steinbruch genutzt. Heute sind nur noch wenige Reste übrig, doch wichtige Teile wie die Vorburg, Hauptburg und Palas lassen sich noch erahnen.

Heute ist Nikolaus von Gayling, der im Schloss Ebnet wohnt, neuer “Burgherr”. Er ist daran interessiert, die letzten Gemäuerreste zu erhalten und fördert deshalb die Idee eines Fördervereins. Seit Sommer 2001 können Autofahrer bei der Ausfahrt aus dem Höllental auf dem Bergsporn zwischen Wagensteig und Unteribental die letzte große Mauer der einst großen Anlage sehen. Der Musikverein hatte dort erstmals ein Open-Air-Konzert veranstaltet, und die Freiherr von Gayling´sche Forstverwaltung hatte eigens dazu einiges an Unterholz sowie Bäume beseitigen.