KAPPEL-GRAFENHAUSEN
1974 vereinigten sich die beiden Dörfer Grafenhausen und Kappel am Rhein zur neuen Gemeinde Kappel-Grafenhausen . Sie liegt im südlichen Ortenaukreis und hat eine Gemarkungsfläche von 2600 Hektar; der jeweilige Name wurde als Ortsteilbezeichnung beibehalten. Beide Ortsteile sind gleich groß. Heute zählt Kappel-Grafenhausen rund 5300 Einwohner. Unmittelbar an der Gemeinde grenzt das Naturschutzgebiet Taubergießen an.
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Kappel-Grafenhausen ist aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Grafenhausen und Kappel am Rhein hervorgegangen und liegt verkehrsgünstig zwischen Schwarzwald, Rhein und Vogesen. Die Gemeinde hat sich zu einer sehenswerten Gesamtgemeinde entwickelt. Das westlich gelegene Kappel ist ein Haufendorf, das sein historisches Zentrum am Rande der Rheinauen auf dem Hochufer des Rheines hat. Das östliche gelegene Grafenhausen ist ein Straßendorf entlang der alten Rheinstraße zwischen Kappel und Ettenheim, die beide deutlich älter sind. Daneben umfasst das Gemeindegebiet eine Exklave am oberen Ende des Münstertales östlich von Ettenheimmünster. Dabei handelt es sich um ein unbewohntes Waldgebiet im Schwarzwald. Es wurde nach Auflösung der aus dem Spätmittelalter herrührenden Ettenheimer Waldgenossenschaft im 19. Jahrhundert an die Orte Kappel und Grafenhausenübergeben.
Ortsteil Kappel
Kappel, das in seinem Wappen Fische und Ruder führt, war ursprünglich ein Fischerdorf. Der Ortsteil Kappel am Rhein liegt am Unterlauf der Elz. Er grenzt in westlicher Richtung an den Rhein; die Fähre Rhenanus verbindet den Ort mit der elsässischen Nachbargemeinde Rhinau. Untrennbar mit Kappel verbunden ist das Naturschutzgebiet Taubergießen, das eine Größe von 1600 Hektar hat. Interessanterweise stehen davon rund 1000 Hektar im Eigentum der elsässischen Gemeinde Rhinau. Dieser Teil wurde 1648 französisches und 1871 wieder deutsches Eigentum. Infolge des Versailler Vertrages fiel es 1918 an Frankreich zurück, blieb aber bis zum heutigen Tag unter deutscher Hoheitsgewalt.
Um 550 v. Chr. war die Gegend bereits besiedelt. Im Fürstengrab von Kappel wurde ein mächtiger keltischer Fürst zur letzten Ruhe gebettet. So kann anhand der Geschichte des Kappeler Fürstengrabes die zunehmende Machtkonzentration einer gesellschaftlichen Führungsschicht vor rund 2700 Jahren dargestellt werden. Ein detailgetreues, liebevoll restauriertes Modell dieses ältesten keltischen Fürstengrabes ist in einer Dauerausstellung im Rathaus Kappel zu besichtigen. Der heilige Fridolin soll der Sage nach im 6. Jahrhundert n. Chr. die erste Kapelle in Kappel erbaut haben. Im Jahr 1219 wurde das Dorf Capella in einem Vertrag des Straßburger Bischofs Heinrich II. erstmals urkundlich erwähnt.
Der Fisch im Gemeindewappen für den Ortsteil Kappel verweist direkt auf die Fischerzunft, die eine der ältesten am Oberrhein ist. Verkauft wurde der Fisch traditionell in Straßburg. Das Rheintal war aber auch Schauplatz schrecklicher Kriegsereignisse. In der Schlacht bei Wittenweier und Kappel besiegte Prinz Bernhard von Weimar am 2. August 1638 die Kaiserlichen. Die Urkunde über den zustande gekommenen Frieden zwischen dem Bistum Straßburg und der Stadt Straßburg im Jahre 1266 ist eines der frühesten Dokumente, in denen Kappel am Rhein genannt wird. Die schwerste Zerstörung erfuhr Kappel im Dreißigjährigen Krieg und auch nach dem 2. Weltkrieg lag Kappel in Schutt und Asche.
Ortsteil Grafenhausen
Grafenhausen erweist sich als eine Siedlung der frühmittelalterlichen Ausbauzeit von Ettenheim her. Die Entstehungsgeschichte hängt mit der Geschichte des südlich des Dorfes am Ettenbach gelegenen Grabenhofes zusammen, der im 10. und 11. Jahrhundert zu den Gütern des Bischofs von Straßburg gehörte. Jener Hof wurde 1318 an das Kloster Ettenheimmünster verkauft und gelangte 1471 unter der Bedingung der Zehntleistung "auf ewige Zeiten" an die Gemeinde Grafenhausen. Im Rahmen einer Schenkung an das Kloster St. Peter im Schwarzwald wird Grafenhausen im Jahr 1111 erstmals urkundlich als „Grabenhusen" erwähnt.
Vom 12. bis 15. Jahrhundert wurde das Dorf mehrmals ausgeliehen, bis es der Bischof von Straßburg im Jahre 1529 wieder einlöste. Kirchengeschichtlich strahlt die von Anton Hirschbühl, dem großen Baumeister der Vorarlberger Barockschule, erbaute und dem heiligen Jakobus geweihte Pfarrkirche ihren Glanz weit über Grafenhausen aus. Und so findet sich für Grafenhausen auch ein Engel mit Andreaskreuz als Symbol im Gemeindewappen.
Von kriegerischen Ereignissen, in die das Dorf Grafenhausen verwickelt war, hört man im Zusammenhang mit dem Waltherianischen Krieg, als 1266 die Stadt Straßburg mit Bischof Walther von Geroldseck in Streit geraten war. Unsägliche Not und Elend brachte der Dreißigjährige Krieg für Grafenhausen. 1666 hatte der Ort rund 325 Einwohner. Nach den Raubkriegen Ludwigs IV. begann eine längere Friedenszeit, die dem Aufbau der bereits 800 Einwohner zählenden Gemeinde gewidmet war. Eine Keimzelle der Badischen Revolution war in Grafenhausen. Insbesondere die Gedanken des Buchbinders und Engelwirtes Nepomuk Winkler sowie des Kaufmannes Damas Rauch waren frei.
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