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KIRCHZARTEN Tarodunum

Tarodunum ist ein rätselhaftes Kulturdenkmal bei Kirchzarten im Dreisamtal, wenige Kilometer östlich von Freiburg im Breisgau. Es ist eine keltische Befestigung und hat große historische Bedeutung. Die Anlage erstreckt sich zwischen den Flüssen Rotbach und Wagensteigbach. Gemeinsam mit der Besiedlung beim heutigen Ort Zarten ist Tarodunum die einzige keltische Anlage in Baden-Württemberg, deren ursprünglicher Name bekannt ist. Ein knapp 8 km langer Rundweg erschließt die einst bedeutende Anlage.

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Die Form von Tarodunum entspricht einem langgezogenen Dreieck zwischen den zwei Quellbächen der Dreisam, Wagensteigbach und Höllenbach, die mit Wällen geschützt waren; geschickt wurden die bis zu 15 m hohen Böschungen einbezogen. Noch immer sind Reste vom südöstlichen Wall erhalten, der als Heidengraben bezeichnet wird.

Der Name Tarodunum wird schon von dem griechischen Geographen Claudius Ptolemäus für eine bedeutende rechtsrheinische Siedlung verwendet, seit 1815 wird er mit diesem Gebiet verbunden. Auch nach Ende der keltischen Besiedlung erscheint 765 der Name als Zardunia in einer frühmittelalterlichen Urkunde in St. Gallen und hat sich zu dem heutigen Namen Zarten entwickelt. Das Zentrum der Ansiedlung liegt an der Stelle, an der sich heute die Siedlung Burg-Birkenhof befindet. Dieses keltische Oppidum ist einer der wenigen Orte Deutschlands, die namentlich seit der Antike bekannt sind.

Beii Geländebegehungen und Grabungen wurden keine Spuren einer längeren keltischen Besiedlung gefunden. Deshalb wird vermutet, dass es sich um ein Refugium für Zeiten der Not handelte, in dem die Bevölkerung Zuflucht fand. Bei einer Grabung im Jahre 1987 wurde festgestellt, dass die östliche Mauer nicht fertiggestellt war und der Bau anscheinend abrupt eingestellt wurde.

Durch Oberflächenfunde 1987 außerhalb der Befestigung wurde südwestlich von Zarten die eigentliche Siedlung Tarodunum aufgespürt. Im Sommer 2004 wurde auf dieser 400 qm großen Fläche gegraben. Dabei fand man bei einer Pflugtiefe von nur 20 cm eine große Anzahl faust- bis kopfgroßer Steine. Heute werden sie als Weg oder freier zentraler Versammlungsplatz einer Siedlung gedeutet. Gefunden wurden ebenso Münzen, Münzrohlinge und Rohmetallreste aus Gold und Silber, weshalb man davon ausgeht, dass hier eine komplette Münzfertigung war. Weitreichende Handelsbeziehungen lassen sich durch Fragmentfunde römischer Amphoren nachweisen. Funde von Eisenschlacken legen nahe, dass hier auch die Verhüttung und Verarbeitung von Eisen und andern Erzen stattfand. Die Eisenerze stammen aus dem Schwarzwald.

Wer Tarodunum erkunden möchte, kann sich auf eine knapp 8 km lange Rundwanderung begeben. Start ist bei der Tarodunum Schule im Kirchzartener Ortsteil Burg-Birkenhof. Dort gibt eine Tafel Informationen zum Oppidum (Befestigung) mit einer Innenfläche von etwa 200 Hektar. Der vom antiken Geograf Ptolemaios (2 Jahrhundert n. Chr.) überlieferte Namen "Tarodunum" hat sich in den Ortsnamen Zarten und Kirchzarten (Zarduna) erhalten.

Das gesamte Areal hat die Form eines lang gezogenen Dreiecks, das von den Quellflüssen der Dreisam (Rot- oder Höllbach und Wagensteigbach) mit bis zu 15 m hohen Böschungen geformt ist. Info-Tafeln informieren entlang des Weges. Fundstücke aus der Keltenzeit können während der Öffnungszeiten im Rathaus Talvogtei besichtigt werden.

Rundwanderung

Am Start der Wanderung - Tarodunum Schule - steht die erste von vier Info-Tafeln zur Befestigungsanlage. Von hier (an der rechten Seite der Schule vorbei) ein kurzes Stück auf der Höfener Straße hoch zur Höllentalstraße, dort nach links gehen bis zum Kreisverkehr. Hier sollte man den Gehsteig verlassen und auf der in Laufrichtung linken Seite auf dem Wiesenpfad weitergehen. Nun kann man den ehemaligen Wallverlauf gut verfolgen. Es folgt die zweite Infotafel.

Der Weg führt über den Bahnübergang am "Brandenburger Hof" (auf der rechten Seite) vorbei, kurz nach Überqueren der Ibentalstraße geht's rechts in den Aumattenweg. Auch dort am Weg - rechter Hand - ist der ehemalige Wall gut zu erkennen.

Nach dem Hunde-Übungsplatz geht ein schmaler Weg steil nach rechts ab und nach 150 Meter steht die dritte Info-Tafel. Danach das kurze Steilstück wieder zurück auf den Aumattenweg und nach rechts bis zur Stegener Straße /L127 gehen. Hier rechts abbiegen und nach einigen Metern wieder nach rechts auf den Wanderweg (Querweg Freiburg-Bodensee). Am Standort Talbrücke rechts abbiegen zum Wegweiserstandort "Vogtweg". Dort nach links abbiegen zur vierten Infotafel unweit des ehemaligen Gasthaus "Schlüssel".

Weiter geht es bis zur Bushaltestelle Jockeleshof und kurz danach rechts ab über den Jockeleshof. Der Weg mündet in die Hauptstraße. Nun rechts ab bis zur Abzweigung zum Bahnhof Himmelreich (links) und von dort zum Wegweiserstandort "Unterführung B31". Nach der Unterführung nach rechts über die Rainmühle direkt zum Ausgangspunkt der Wanderung an der Tarodunum Schule.

Wandertipps

Entfernung 8 km
Dauer 2 Stunden
Auf- und Abstieg 89 m
Höchster Punkt 455 hm
Tiefster Punkt 378 hm
Kondition leicht

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