Sankt Märgen Kloster

Kloster in Sankt Märgen & Klostermuseum

Fühlen Sie sich wohl im Luftkurort Sankt Märgen an der Schwarzwald-Panoramastraße! Schon die Augustinermönche wussten das reizarme Klima hier oben auf 890 Metern zu schätzen. Deshalb gründeten sie das Chorherrenstift. Das Kloster wurde zwar 1806 aufgelöst, geblieben ist jedoch die barocke Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt sowie das schmucke Dorf, in dem bis heute Brauchtum und Traditionen gepflegt werden.

Das Gründungsjahr des Klosters ist unbekannt. Eine Urkunde von 1121, in der Grenzstreitigkeiten zwischen St. Märgen und dem Kloster St. Peter auf dem Schwarzwald beigelegt werden, gibt einen terminus ante quem. Gründer war der Straßburger Domherr Bruno von Haigerloch-Wiesneck († zwischen 1126 und 1128), späterer Kanzler Kaiser Heinrichs V. Er unterschrieb neben dem Vogt von St. Peter Berthold III. von Zähringen und dem Konstanzer Bischof Ulrich I. von Kyburg-Dillingen die 1121er Urkunde.

Damals muss St. Märgen schon einige Jahre bestanden haben. Mit seiner 850-Jahr-Feier 1968 griff der Ort die Annahme einer Gründung 1118 auf. Neben geistlichen standen hinter der Gründung politische Motive, insbesondere der Wettbewerb der Haigerloch-Wiesnecker und der Herzöge von Zähringen um die Vorherrschaft im Breisgau und Schwarzwald.

Zum Besitz des Klosters zählte in erster Linie Rodungsland in der näheren Umgebung. Hier wurde schon bald eine Abgrenzung zu St. Peter und St. Gallen notwendig. Vom Kloster wurden die Pfarrstellen in St. Märgen, Hüfingen, Wyhl, Scherzingen und Haslach (Freiburg im Breisgau) besetzt. Haslach ging zwar im Laufe der Reformation verloren, dafür kam durch Schenkung 1615 die Pfarrei Zähringen (Freiburg im Breisgau) hinzu. Zudem hatte das Stift Bürgerrecht in Endingen, Villingen und Freiburg.

Öffnungszeiten des Klostermuseums: Mai bis Oktober mittwochs und donnerstags von 10.15 bis 11.45 Uhr und ganzjährig jeweils sonntags und an Feiertagen von 10.15 bis 11.45 Uhr.

Die fünf Gebäudegenerationen von 1118 (Gründungsbau), 1284 (nach dem ersten Band), 1493 (nach dem zweiten Brand von 1430), 1578 (nach dem dritten Brand von 1560) und 1716–1729 (nach dem vierten Brand von 1704, nach dem fünften Brand 1907 wenig verändert wiederhergestellt) standen und stehen am selben Platz. Von Quellen nördlich der St. Märgener „Rankmühle“ erhalten sie bis heute ihr Wasser. Oberirdisch ist von den ersten vier Generationen praktisch nichts erhalten. Im Klostermuseum werden ein gotischer Buntsandstein-Spitzbogen und ein gotisches Metallgitter aufbewahrt, vielleicht von der Wiederherstellung 1493.

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Die älteste „Ansicht“ des Klosters malte 1752 oder 1753 Franz Ludwig Hermann für die „Äbtegalerie“ des Klosters St. Peter monochrom gelb-braun unter das Porträt Abt Gottfrieds von Lötschibach. Das Bild zeigt die Rückkehr der Mönche nach ihrem Auszug um 1322 und erinnert so an die Hilfe durch Abt Gottfried. Es ist ein Phantasiebild, denn der Bau zur Zeit Gottfrieds war längst vergangen. Jedoch lebte vielleicht in St. Märgen eine Erinnerung an die Vorgängerbauten; eintürmig wären sie dann gewesen, und die Konventsbauten hätten die Kirche hufeisenförmig und zweigeschossig umgeben.

Andreas Dilger baute von Grund auf neu. Seine Idealvorstellung ließ er auf seinem 1721 gemalten Porträt festhalten. Nachdem ein erster Baumeister enttäuscht hatte, beauftragte er Johann Mathis aus Mittelberg (Vorarlberg) (1681–1750), der eben mit der Kirche St. Michael in Löffingen fertig geworden war. Im Herbst 1715 legte Mathis seinen Entwurf vor, bescheidener als Dilgers Ideal. Darin bekrönt ein segmentbogiger Giebel mit aufgesetzten Figuren die Westfassade der Kirche. Die eigentlichen Klostergebäude sind dreigeschossig mit Ausnahme des über den Kellern zweigeschossigen Westflügels. Im Norden liegen eingeschossige Nebengebäude.

Im Großen und Ganzen wurde dieser Plan eingehalten. Ende 1715 oder Anfang 1716 begannen die Arbeiten. Bereits Ende 1716 konnte im zuerst in Angriff genommenen Chor die heilige Messe gelesen werden. 1719 war die ganze Kirche provisorisch fertig. Von 1724 bis 1730 entstand der Konvent- oder Kollegiatbau südlich des Kirchenschiffs um den „Konventhof“ mit dem Refektoriumsflügel im Süden, wo auch der Abt wohnte, dem Sakristeiflügel im Osten und dem Pfortenflügel im Westen. Die Bauleitung hatte wieder Johannes Mathis.

Anders als im ersten Entwurf wurden durchweg nur zwei Geschosse errichtet. In diese Räume zogen Dilger und seine Patres 1729 ein. Von 1738 bis 1742 errichtete ein anderer Baumeister, Franz Joseph Vogel (1684 oder 1686 bis 1756) aus Wettenhausen, jetzt schon unter Abt Peter Glunk, den östlich an den Refektoriumsflügel anschließenden Prälatensüdflügel im Süden des „Prälatenhofs“. Hier lagen Repräsentationsräume und Gäste-Appartements. Vogel hatte schon vorher als Stuckateur im Kloster gearbeitet.

In einem dritten Bauabschnitt errichtete Baumeister Johann Baptist Häring (1716–1790) aus Immendingen schließlich von 1761 bis 1763 den Prälatenost- und -nordflügel mit Gäste-Appartements und dem Kapitelsaal sowie den Torbogen vom Prälatennordflügel zum Chor der Kirche. Parallel zu diesen Bau- liefen Ausstattungsarbeiten wie zwischen 1735 und 1744 die Anfertigung der Altäre der Kirche durch den Schreiner Johann Martin Hermann (um 1700–1782) aus Villingen und den Bildschnitzer Matthias Faller. 1790 wurde der barocke Westgiebel der Kirche abgebrochen. So erreichte das Kloster die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert.

Mit der Säkularisation begannen die Verluste. Der größte Teil des Konventbaus wurde 1813 an Privatpersonen verkauft. Der Pfortenflügel wurde, wo er an die Kirche stieß, zwei Zimmer breit abgerissen, um eine Durchfahrt zu gewinnen. Der Prälatensüdflügel wurde Pfarrhaus und ist es bis heute. Die Prälatenost- und -nordflügel blieben zunächst beim Großherzogtum, wurden aber 1858 an die politische Gemeinde verkauft, die einige Räume für ihre Verwaltung nutzte, andere vermietete. 1859 und 1860 wurden große Teil der Nebengebäude um den äußeren Hof abgebrochen, um Platz zu schaffen für eine Friedhofserweiterung nach Norden. „Damit verlor der Klosterkomplex sein ursprüngliches Aussehen; eine neue Zeit war endgültig angebrochen.“

Dem Brand von 1907 fielen außer der Kirche auch die Gebäude um den Konventshof zum Opfer. Der Prälatensüdflügel blieb verschont, weil Pfarrer Adolf Albicker (1843–1918, Pfarrer seit 1885) gegen den Refektoriumsflügel eine Brandwand errichtet hatte. Der Sakristeiflügel wurde bis auf die Sakristei selbst nicht wieder aufgebaut, so dass ein einheitlicher Hof entstand. 2007 bezog die Gemeindeverwaltung ein eigenes Rathaus. Heute beherbergen der Prälatennordflügel und das Obergeschoss des Prälatenostflügels das Klostermuseum.


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