Eisenbach Schollach Rundwanderweg

Hoch über dem Schollachtal

Eine einzigartige Landschaft, mehrere Täler, traumhafte Aussichten bis zu den Gipfeln des höchsten Schwarzwaldberges, dem Feldberg, und urtypische Bauernhöfen: Der Rundwanderweg in Schollach bietet alles, was das Herz des Wanderers begehrt. Schön auch, dass auf dem Rundweg gleich mehrere Gaststätten liegen, so dass ein zünftiges Vesper garantiert ist.

Starten Sie die Tour über den Kirchweg an der Kirche in Schollach. Diesen Weg benutzten in früheren Zeiten die Schollacher, um zur Messe nach Urach zu kommen. Der Aufstieg führt auf über weite Wiesenflächen; er ist zwar etwas anstrengend, dafür lohnend – dank der herrlichen Ausblicke ins Schollachtal und bis zu den höchsten Schwarzwaldgipfeln. Die Aussicht während des Aufstiegs auf den Schollacher Sommerberg ist ein Genuss.

Weiter geht`s in den Wald; bald wird im Wald die Höhe erreicht; von dort aus links halten. Zwei Gedenkkreuze erinnern an ein dunkles Kapitel der Geschichte. Auf Geheiß der Nazis wurden hier im Juli 1944 fünf amerikanische Flieger nach einem Fallschirmabsprung erschossen.

Der Waldweg auf dem Schollacher Sommerberg geht nach Westen in Richtung Rengethof und Oberengenbachhof. Der Waldrand liegt unterhalb des Weges; manchmal geben die Bäume einen Blick auf den Renget mit Teichen und einzelnen Bäumen frei.

Auf der Höhe bleibend wird bald die Judas-Thaddäus-Kapelle erreicht, die über dem traditionellen Schwarzwaldhof Oberengenbachhof liegt. Die Kapelle wurde von 1994 bis 1997 von der Familie Hofmaier gebaut. Eine Tafel erklärt einige der Kunstwerke in der Kapelle und lädt zum Verweilen und zum Gebet ein. Zu sehen sind etliche christliche Glaubenssymbole. In die Decke wurden die sieben Gnadenstrahlen eingearbeitet, die am Altar mit der Heilig-Geist-Taube schließen.

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Die Decke zieren auch zwölf gedrechselte Ringe mit Feuerzungen, die an die den Aposteln erschienenen Feuerzungen an Pfingsten erinnern. In die Altarfront sind die Zehn Gebote geschnitzt. Weiter tragen zur Verschönerung des Kapellenraumes Heiligenfiguren bei, insbesondere Judas Thaddäus, der Patron in verzweifelten Lagen, der „Mann für die ganz harten Fälle“.

Auf der Lichtung vor der Kapelle laden mehrere Parkbänke zur Rast ein. Wer ein zünftiges Vesper mag oder ein ausgiebiges Schwarzwälder Mahl wünscht, geht den Weg weiter zum Gasthaus Engel auf dem Hochberg. Der Weg ist ausgeschildert. Dienstags und mittwochs ist allerdings Ruhetag. Von hier geht es auf einer schmalen, jedoch ausgebauten Straße das Tal hinunter in Richtung Schollach-Ort. Unten liegt der Schneckenhof, wo der erste Skilift der Welt erfunden und betrieben wurde. Der Schneckenhof lädt zur Einkehr ein; vor dem historischen Gasthaus befindet sich ein Biergarten. Montags ist Ruhetag.

An der Straße entlang wird der Jockenhof erreicht; dort links halten und weiter gehen in Richtung Unterengenbach. Von hier eine schmale Straße zurück nach Schollach zur Kirche.

Diese Tour kann auch mittags begonnen werden. Denn um 20 Uhr öffnet unterhalt des Schneckenhofes der “Guscht vom Bierhaus”, ein uriges Schwarzwaldwirtshaus. Der Weg zum Guscht zweigt am Beierleshof nach rechts in Richtung Oberschollach ab. Vom Guscht wird der Ausgangspunkt bei der Schollacher Kirche innerhalb einer Viertelstunde erreicht.

Zur Geschichte des Schwarzwalddorfes Schollach

Der Ort Schollach wurde im 13. Jahrhundert vom Kloster Friedenweiler aus besiedelt und am 3. Juli 1280 urkundlich erstmals erwähnt. Der damalige Namen Schala bedeutete in etwa unreine Aach. Der 1316 erwähnte, klösterliche Meierhof dürfte sich in der Nähe der heutigen Kirche befunden haben. 1358 war der Ort im Besitz der Herren von Hornberg und Herren von Blumenegg, da er von den Fürstenberg verpfändet worden war. Der ab 1400 einsetzende Rückgang der Bevölkerung führt dazu, dass von 40 Häusern lediglich 25 Hofstellen im Ort verblieben. Im Jahr 1473 wurde erstmals eine eigene Kirche erwähnt. Am 15. März 1515 weihte der Konstanzer Bischof die Kapelle zu Ehren des Heiligen
Wolfgang. Vor 1550 erreichten die Gruben des Eisenbacher Bergwerks die Einmündung Schollachs, bevor es am 17. September 1604 von Graf Friedrich an den Villinger Bürger Michael Schwert verliehen wurde.

Nachdem ab etwa 1700 die Uhrenherstellung in Schollach begonnen hatte, beschäftigte sich Simon Dilger (1672–1750) mit der Anfertigung und Weiterentwicklung hölzerner Uhren und machte den Ort damit zur Heimat der mechanischen Uhr.

Nach der Säkularisation des Klosters Friedenweiler endete dessen Grundherrschaft. Friedenweiler fiel zusammen mit der Schollacher Grundherrschaft an das Haus Fürstenberg, das wiederum 1806 im Großherzogtum Baden aufging.

1867 wurde der Bergbau im Ort eingestellt. Nachdem 1894 bei Familie Akziser der erste Fernsprecher Mittelschollachs installiert worden war, wurde 1908 in Schollach der erste Skilift der Welt errichtet. Er wurde vom Gastwirt des Schneckenhof, Robert Winterhalder, gegenüber seinem Hof in Betrieb genommen, mit Wasserkraft betrieben und überwand auf einer Strecke von 280 m einen Höhenunterschied von 32 m. Während des Ersten Weltkriegs wurde die Anlage wieder abgebaut.

Im Zweiten Weltkrieg wurden in Schollach auf Anordnung des NSDAP-Kreisleiters Benedikt Kuner am 21. Juli 1944 fünf amerikanische Flieger nach einem Fallschirmabsprung erschossen. An die Ermordung erinnern noch heute zwei Gedenkkreuze am ehemaligen Kirchweg zum benachbarten Urach.

Am 1. Januar 1975 wurde Schollach in die Gemeinde Eisenbach eingegliedert. Diese erhielt am selben Tag den Namenszusatz (Hochschwarzwald).


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