Eisenbach Schollach

Schollach bei Eisenbach

Schollach (850 bis 1143 m ü.M) liegt im Quellgebiet der Donau und erstreckt sich vom Steinbühl und Hochberg 12 km zum Bregtal. In vielen kleinen Seitentälern prägt das freie Spiel der Natur den Wald auf den Höhen und die Landschaft um die Wiesen und Weiden und bietet so dem Gast unzählige Möglichkeiten individueller Urlaubsgestaltung.

Sauberes Quellwasser, staubfreie Höhenluft, natürliche Höhensonne und die Ruhe des rund 20 Quadratkilometer umfassenden Gebietes werden von den Erholungssuchenden zum Wanderern und als Tummelplatz besonders geschätzt.

Der Ort besteht nur aus einzeln liegenden Bauernhöfen, die ihre traditionelle Eigenheit bewahrt haben, bedingt durch die Hochlage in einem sonnenoffenen Hochtal, das rauhe Klima und die Weitläufigkeit von Haus zu Haus. Es wird allemanische Mundart gesprochen und Gastfreundschaft ist Ehrensache.

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Der Ort Schollach wurde im 13. Jahrhundert vom Kloster Friedenweiler aus besiedelt und am 3. Juli 1280 urkundlich erstmals erwähnt. Der damalige Namen Schala bedeutete in etwa unreine Aach.

Der 1316 erwähnte, klösterliche Meierhof dürfte sich in der Nähe der heutigen Kirche befunden haben. 1358 war der Ort im Besitz der Herren von Hornberg und Herren von Blumenegg, da er von den Fürstenberg verpfändet worden war. Der ab 1400 einsetzende Rückgang der Bevölkerung führt dazu, dass von 40 Häusern lediglich 25 Hofstellen im Ort verbleiben. Im Jahr 1473 wurde erstmals eine eigene Kirche erwähnt.

Am 15. März 1515 weihte der Konstanzer Bischof die Kapelle zu Ehren des Heiligen Wolfgang. Vor 1550 erreichten die Gruben des Eisenbacher Bergwerks die Einmündung Schollachs, bevor es am 17. September 1604 von Graf Friedrich an den Villinger Bürger Michael Schwert verliehen wurde.

Nachdem ab etwa 1700 die Uhrenherstellung in Schollach begonnen hatte, beschäftigte sich Simon Dilger (1672 bis 1750) sich mit der Anfertigung und Weiterentwicklung hölzerner Uhren und macht den Ort damit zur Heimat der mechanischen Uhr.

Nach der Säkularisierung des Klosters Friedenweiler endete dessen Grundherrschaft. Friedenweiler fiel zusammen mit der Schollacher Grundherrschaft an das Haus Fürstenberg, welches wiederum 1806 im Großherzogtum Baden aufging.

1867 wurde der Bergbau im Ort eingestellt. Nachdem 1894 bei Familie Akziser der erste Fernsprecher Mittelschollachs installiert worden war, wurde 1908 in Schollach der erste Skilift der Welt errichtet. Er wurde vom Gastwirt des Schneckenhof, Robert Winterhalder, gegenüber seinem Hof in Betrieb genommen, mit Wasserkraft betrieben und überwand auf einer Strecke von 280 m einen Höhenunterschied von 32 m. Während des Ersten Weltkriegs wurde die Anlage wieder abgebaut. Am 19. Juli 2005 wurde Schollach das Prädikat Luftkurort verliehen.

Schwarzwalduhren aus Schollach

In Schollach wurde die Uhrmacherei einst so betrieben, daß nur noch wenige Häuser bestanden, in denen sich keine Uhrmacher betätigten. Dieser Erwerbszweig brachte einen gewissen Wohlstand in manche Familien. Schollach’s größte Uhrmacherwerkstätten befanden sich auf dem Öhler und dem Kühbauernhof. Diese beiden Betriebe lieferten Uhren in die weite Welt, während die übrigen kleineren Beriebe Bestandteile aber auch fertige Uhren für dieselben machten. Die ersten massiven Uhrentriebe wurden auf dem Öhlerhof gefertigt. Sie wurden in Längen von 5-10 cm gezogen, und nach eigenem Verfahren gehärtet. Auch Maschinen für die Uhrenindustrie wurden hier gefertigt, welche sich großer Beliebtheit erfeuten. Familiäre Verhältnisse auf dem Öhlerhof brachten es mit sich, daß die Triebmacherei zum Stillstand kam. Sie ging an Johann Morath, den Gründer der Firma Joh. Morath & Söhne über (heute IMS Gear Eisenbach), und stellte damals eine wertvolle Grundlage für dessen Betriebsaufbau dar. In eigener Herstellung stellte dazumal Johann Tritschler, im Volksmund als Öhlerhannisle bekannt, eine Bohrmaschine her, mit welcher alle zur Verzahnung benötigten Teilungen gefertigt werden konnten. Sie leistete bis vor wenigen Jahrzehnten, als man noch die Teilscheiben für die heute wohl veralteten Zahnmaschinen hatte, wertvolle Dienste. Eine Urkunde, verliehen von Großherzoglichen Badischen Ministerium des Inneren vom Jahre 1858, bestätigt die gute Qualität der in Schollach hergestellten Uhren. Viele Söhne aus unserer Heimatgemeinde zogen hinaus in die ferne Lande, und sorgten für den Absatz der heimischen Erzeugnisse. Absatzgebiete waerwn hauptsächlich Frankreich, England und Rußland. Die Uhrenhändler haben ein Stück Welt gesehen und durchwandert, um der schaffenden Heimat Geld zu bringen. Nicht immer waren sie vom Glück gesegnet, was auch der Erzeuger in der Heimat zu spüren bekam. Der Besitzer des Kuhbauernhofes ist durch deutsche Uhrenhändler, welche in Rußland unglücklich wurden, um seinen Hof gekommen. In sehr bescheidener Behausung trieb er hernach die Uhrmacherei weiter, und konnte dank seiner Tüchtigkeit den Lebensabend noch angenehm verbringen. Sein Sohn beschäftigte sich frischen Mutes als Heimarbeiter, und brachte es soweit, daß er sich Grund und Boden erwerben und ein neues Haus bauen konnte, in welchem er einen beachtlichen Kleinbetrieb eröffnete. Seine Arbeiten waren weit über die Grenzen der Heimat bekannt und geschätzt. Er starb im Jahre 1923, und hinterließ den Betrieb seine beiden Söhnen Karl und Augustin Kleiser, welche aber beide an den Folgen des ersten Weltkrieges frühzeitig verstarben, sodaß der Betrieb zum Stillstand kam.

Josef Tritschler, Ratschreiber von Schollach 1896-1972


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