Google stellt Google+ ein

Internetkonzern zieht für soziales Netzwerk den Stecker

Googles Antwort auf Facebook wird eingestellt. Im neuen Jahr zieht der Internetriese für sein soziales Netzwerk Google+ Die Reißleine. Die Nutzer können noch bis Sommer 2019 ihre Beiträge sichern. Dann ist Schluss und alles weg. Wer den Dienst nutzt, sollte sich also beeilen.

Google+ war nie ein ernstzunehmener Konkurrenz zu Facebook. Dabei hatte der US-Konzern damit so große Hoffnungen verbunden. Dabei hatten insbesondere Fotobegeisterten in Google+ eine ideale Plattform gefunden, sich und ihre Werke zu präsentieren. Damit ist bald Schluss. Bis Sommer 2019 habendie Nutzer die Möglichkeit, ihre Daten (Texte und Bilder) zu sichern. Naja, ganz geschlossen wird der Dienst nicht. Allenfalls für den Otto-Normal-Verbraucher. Denn als internes Netzwerk für Unternehmen will Google das Produkt weiterführen und auch neue Features entwickeln. Für die meisten Menschen wird der Dienst also nicht in Frage kommen.

Als Grund für die Schließung nennt der Internetriese erhebliche Sicherheitslücken. Es bestünden “erhebliche Schwierigkeiten”, das Netzwerk entsprechend der Erwartungen der Nutzer an Datenschutz und Privatphäre zu gestalten, schreibt Google-Manager Ben Smith. Das habe eine Untersuchung verschiedener Google-Produjkte auf ihren Umgang mit Nutzerdaten ergeben. Dabei kam auch heraus, was ohnehin schon viele wussten: So richtig in Schwung kommt beziehungsweise kam das Produkt nicht. Und dem Konkurrenten Facebook konnte es schon gar nicht das Wasser reichen, wie sehr sich die Entwickler auch anstrengten. Google+ wird kaum genutzt. 90 Prozent der Nutzer-Sitzungen dauern weniger als fünf Sekunden. Das sagt eigentlich schon alles. Als schließlich noch die Sicherheitslecks entdeckt wurden, war das Aus besiegelt. Die Lücken sind zwar behoben, doch Google will dies dazu nutzen, dem Dienste für den allgemeinen Gebrauch den Garaus zu machen.

Meine Meinung

Ich bedaure die Schließung von Google+ sehr. Mir persönlich hat das Handling sehr gefallen, wenngleich ich etliche Verbesserungsvorschläge gehabt hätte. Eine Konkurrenz zum Rivalen Facebook habe ich niemals gesehen. Google+ ist eben nicht Facebook. Google+ hat – wenn man das so sagen kann – eher Niveau, was ich bei Facebook überhaupt nicht erkennen kann. Ein Vergleich der beiden Dienste zeigt dies ganz deutlich. Die Ursache für die geringe Akzeptanz dürfte also nicht an den Beiträgen und damit am Content liegen, sondern eher an den lieblosen Bemühungen von Google selbst. Der Konzern hat das Netzwerk “so nebenher” laufen lassen und dem Konkurrenten Facebook nicht die Stirn geboten. Dass Google+ überhaupt bekannt ist, ist allein den Nutzern zu verdanken. Möglicherweise werden nun viele Nutzer zum Rivalen Facebook wechseln. Der Schwarzwaldführer wird dies sicherlich nicht tun. Seit Jahren beobachte ich Mark Zuckerbergs Netzwerk und kann mich dafür einfach nicht erwärmen. Übrigens, Google hat schon mehrmals unrentable Dienste eingestellt. Google+ ist bei weitem keine Ausnahme. Bei der Gelegenheit komme ich auf meine alte Empfehlung zurück: Man sollte sich niemals auf fremde Dienste verlassen, ganz gleich, was sie versprechen. Im Mittelpunkt sollte immer die eigene Homepage stehen. Soziale Dienste sollten lediglich dazu genutzt werden, die eigenen Webseiten bekannt zu machen.


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