Radwege

Mit zwei Rädern über Stock und Stein

Wo Berge aufragen, gibt es natürlich auch Täler. Und so lässt sich der Schwarzwald tatsächlich auch genüsslich erradeln. Da hat selbst der Nachwuchs seinen Spaß. Hier stellen wir die schönsten Radwege des Schwarzwaldes vor.

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Auf drei Tourenradfernwegen ließe sich die gesamte Ferienregion am Stück umrunden: Von Karlsruhe Richtung Pforzheim im Norden auf dem Stromberg-Enztal-Weg, dann am Ostrand der Ferienregion Richtung Süden auf dem Heidelberg-Schwarzwald-Bodensee-Weg und schließlich auf dem Rheintalweg wieder westwärts nach Basel und von dort Richtung Norden zum Kaiserstuhl und durch die Vorbergzone zurück nach Karlsruhe. Und alles ohne nennenswerte Steigungen. Nur Zeit muss man mitbringen. Und am besten ein gutes Tourenrad.

Aber es muss ja nicht gleich die große Tour sein. Unzählige Genießerstrecken laden zu entspanntem Radeln ein. So gestaltet sich die Region auch als attraktives Radreiseziel für Familien. Zahlreiche kindgerechte Attraktionen entlang der gut ausgeschilderten Radwege und die vielen familienfreundlichen Unterkünfte ermöglichen Kindern und Eltern erholsame Radtouren fernab von Autostraßen.

Der Kinzigtal-Radweg ist ein gutes Beispiel für familienfreundliche und barrierefreie Genießertouren. Er beginnt bei Freudenstadt im östlichen Nordschwarzwald und endet nach 90 Kilometer sanftem Gefälle bei Offenburg. Die Strecke ist barrierefrei, auch mit Kinderanhänger gut zu fahren und ermöglicht an 17 Stationen den Umstieg in die Bahn. Unterwegs gibt es zahlreiche Erlebnis- und Bademöglichkeiten, Spielplätze und spannende Ausflugsziele: Besucherbergwerke, ein Flößermuseum oder die Schwarzwald-Modellbahn in Hausach.

Auch die Tour de Murg bietet stundenlangen Tourenspaß für Klein und Groß. Mit der Murgtalbahn geht es von Rastatt hinauf nach Freudenstadt. Von dort rollt dann das Rad fast 60 Kilometer weit über Rad- und Waldwege entlang der plätschernden Murg mit ihren Grillplätzen und Badestellen ins 600 Meter tiefer gelegene Rastatt. Die Strecke lässt sich an 19 Bahnstationen abkürzen.

Ein sanftes Gefälle zeichnet auch den Nagoldtal-Radweg aus. Von Pforzheim geht es zunächst mit dem „VeloBus“ bequem zur Nagoldquelle nach Seewald-Urnagold. Über Altensteig, Nagold, Calw und Bad Liebenzell führt die Fahrradtour auf 93 Kilometern zurück nach Pforzheim. Unterwegs passieren Radler die Nagoldtalsperre, die zum Plantschen oder Boot fahren einlädt. Tolle Spielplätze und Naturerlebnisse verführen immer wieder zu Entdeckerpausen. Die Tour durch den nördlichen Schwarzwald lässt sich notfalls an acht Bahnstationen abkürzen.

Genießertouren für Panoramasüchtige

Zu vielen Radtouren sind mehrtägige Reisepauschalen mit Gepäcktransfer zu buchen. Und immer mehr Orte erleichtern die Renaissance des Radfahrens auch für ältere Semester durch E-Bike-Verleih oder Akkutausch- und Ladestationen.

Trekkingtour Panorama-Radweg

Der Schwarzwald Panorama-Radweg führt 280 Kilometer weit über die schönsten Höhen auf der Ostseite des Mittelgebirges. Er ist für Tourenräder und E-Bikes bestens geeignet. Unterwegs gibt es ausreichend viele Lade- und Wechselstationen für die gängigen Akkus. Auf der aussichtsreichen Strecke durch Täler und über sonnige Hochflächen sind nur wenige größere Steigungen zu meistern. Die Anstiege addieren sich auf moderate 2000 Höhenmeter, sind jedoch gut verteilt. 300 Höhenmeter und der schwierigste Anstieg lassen sich schon mit der Sommerbergbahn in Bad Wildbad umgehen.

Unterwegs bieten sich weite Ausblicke auf die hügelige Gäulandschaft und die Schwäbische Alb im Osten. Wer die gesamte Strecke von Pforzheim im Norden bis Waldshut im Süden fahren möchte, sollte fünf bis sechs Tage einplanen.

Weinberge im Kaiserstuhl und Tuniberg

Rasante Abfahrten und knackige Anstiege bietet die „Kaiser-Tour“ um und über Kaiserstuhl und Tuniberg am Westrand des Schwarzwalds. Aber mit nur 1500 Höhenmetern Anstieg ist die 60 Kilometer lange Tour für Trekking- und Rennradfahrer gut zu schaffen. Sie belohnt mit herrlichen Panoramablicken auf die Vogesen im Westen und die Schwarzwaldberge im Osten.

Genussradler können die Runde durch Rebterrassen, Laubwälder, Obstbaumwiesen und Winzerdörfer auch bequem mit dem E-Bike fahren. Verleih-, Akkulade- und Wechsel-Stationen sind ausreichend vorhanden. Daneben gibt es noch vier kürzere Routen mit E-Bike-Stationen: Die „Rhein-Tour“, die „Vulkan-Tour“, die „Tuniberg-Tour“ und die „Dreisam-Tour“ sind jeweils Rundwege zwischen 32 und 49 Kilometer Länge.

Einmal um den Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

Der Radweg um einen der größten Naturparke Deutschlands führt auf einer Länge von 260 Kilometern als Rundstrecke durch die vielfältige Landschaft des nördlichen und mittleren Schwarzwaldes. Je nach Kondition ist sie in vier bis sechs Etappen mit Tourenrad oder E-Bike zu meistern. Von Freudenstadt im Nordosten führt der Naturpark-Radweg durchs Kinzigtal mit seinen Fachwerkstädtchen und Schwarzwaldhöfen in das sonnige Rebland der Ortenau an der Westseite des Mittelgebirges und nordwärts nach Ettlingen. Durch Albtal und Enztal radelt man über Bad Wildbad zurück nach Freudenstadt.

Touren rund um die höchsten Schwarzwaldgipfel

Nur ein paar sanfte Anstiege erwarten Radler auf dem Südschwarzwald-Radweg rund um den Naturpark Südschwarzwald. Meist geht es auf dem 240 Kilometer weiten Rundradweg bergab: Ab Hinterzarten rollen die Räder durch das Gutachtal nach Lenzkirch. Von dort führt der „Bähnleradweg“ über eine ehemalige Schienentrasse nach Bonndorf oberhalb der Wutachschlucht und später durchs Wutachtal hinunter zum Hochrhein bei Waldshut. Am Südrand des Schwarzwaldes rollen die Räder auf dem Rheintalradweg bis Basel. Von dort geht die Tour auf dem Rheindamm nordwärts nach Neuenburg und durchs Markgräflerland über Freiburg nach Kirchzarten. Für das steile Teilstück zwischen Kirchzarten und Hinterzarten nimmt man besser die Höllentalbahn. Sie meistert die gut 500 Höhenmeter zum Ausgangspunkt der Tour in rund 20 Minuten. Der Südschwarzwald-Radweg wurde 2017 zum dritten Mal als ADFC-Qualitätsradroute ausgezeichnet und erhielt vier von fünf möglichen Sternen.

Rund um die Seen im Hochschwarzwald

Der Seenradweg Hochschwarzwald führt durch die faszinierende Kultur- und Naturlandschaft unter dem höchsten Berg im Schwarzwald und erschließt speziell für E-Bike-Fahrer eine fast 70 Kilometer lange Traumroute. Sie führt zwischen 850 und 1200 Metern als leichte Tour um Titisee, Schluchsee, Windgfällweiher und Feldsee – und erlaubt den Einstieg an gleich sieben Bahnhöfen.

Beliebte Radwege, Forstwege und Nebenstraßen fügen sich zu einer Erlebnisrundtour mit relativ geringem Höhenunterschied. 1115 Meter Anstiege verteilen sich auf 67,9 Kilometer. Mit etwas sportlichem Einsatz ist die Strecke auch mit Tourenrad oder Mountainbike gut zu schaffen. Der Weg ist in beide Richtungen ausgeschildert. Entlang der Strecke verwöhnen Naturparkwirte mit regionalen Gerichten. In zwei Käsereien lässt sich der heimische Käse probieren. Museen, Strandbäder, das Adler-Skistadion und andere Sehenswürdigkeiten laden zur Pause ein.

Badischer Weinradweg

Für Radfahrer, die Weingenuss und Streckenfahren verknüpfen wollen, wird 2018 in Abstimmung mit den Landkreisen ein „Badischer Weinradweg“ ausgeschildert. Er verbindet vorhandene lokale und regionale Radwege am Ende zu einer rund 300 Kilometer langen Genießerstrecke entlang des Schwarzwaldrandes. Mit Weiterführung durch den Kraichgau und den Bereich Badische Bergstraße könnte der „Badische Weinradweg“ sogar über 430 Kilometer lang werden.

Bilder: Schwarzwald-Tourismus


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