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Kandern Friedrich Hecker

Auffallend ist, dass die Namen wichtiger Persönlichkeiten, die in Deutschland für die Ideen von Demokratie, Freiheit und Menschenrechten stehen und die in ihrer Zeit nur für eine Minderheit sprechen konnten, als Namensgeber für Schulen eher die Ausnahme sind. Kandern im Markgräflerland spielt eine maßgebende Rolle.

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Eine dieser Persönlichkeiten ist Friedrich Hecker, ein Visionär, ein Kämpfer für die Bürgerrechte, ein Demokrat, ein Verfechter der Republik. “Die Revolution von 1848/49 kennzeichnet eine bedeutende Station deutscher Geschichte auf dem schwierigen und langwierigen Weg zu nationaler Selbstbestimmung, zu Einheit und Freiheit, politischer Partizipation und zum Entwurf einer demokratischen Verfassung, gegründet auf der Garantie der Menschenrechte, auf Rechtsgleichheit und sozialer Gerechtigkeit.” (Landeszentrale für politische Bildung, Baden-Württemberg, K. Happold)

Vor allem in Baden, der Pfalz und im Rheinland wurden die öffentlichen (März-) Forderungen nach Pressefreiheit, allgemeinem Wahlrecht, Schwurgerichten, gesamtdeutschem Parlament, konstitutionellen Verfassungen, Volksheer und auch nach nationaler Einheit immer lauter. Fast in allen Mittel- und Kleinstaaten wurden Vertreter der liberalen Opposition zu Ministern berufen (sog. Märzminister).

Im März trat das Vorparlament in Frankfurt zusammen und beschloss die Wahl einer verfassungsgebenden Nationalversammlung durch das deutsche Volk. Die badischen Demokraten Hecker und Struve traten dabei im Vorparlament der Frankfurter Paulskirche für die Abschaffung der Monarchie, die Errichtung einer deutschen Republik und die Aufhebung der stehenden Heere ein. Hecker und Struve erkannten, dass ihre Ideen noch nicht mehrheitsfähig waren.

Hecker versuchte, durch die Proklamation der Republik in Konstanz breite Kreise der Bevölkerung für die demokratisch-republikanische Bewegung zu mobilisieren. Auch Radolfzeller Bürger liessen sich für diese Idee begeistern und nahmen am historischen Heckerzug teil. Zwar scheiterte diese Volksbewegung, dennoch war sie eine wichtige Etappe auf dem Weg Deutschlands zur Demokratie.

Zur Person
geb. 1811 in Eichtersheim, gest. 1881 in St. Louis (USA)
Jurastudium und Promotion,
1838 Obergerichtsadvokat in Mannheim,
1842 Wahl in die II.Badische Kammer,
1847 Beteiligung an der Offenburger Versammlung,
Organisator des sogenannten Heckerzuges im badischen Oberland.
Nach dem Gefecht von Kandern Flucht in die Schweiz, Auswanderung im September nach Amerika.
Im Mai 1949 von der bad. revol. Regierung zurückgerufen.
Nach Ende der Revolution Rückkehr nach Amerika.
Mitarbeit bei den amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Fremont und Lincoln.
Hecker setzt sich entschieden für Sklavenbefreiung ein und kämpft in der Nordstaatenarmee.
Hochgeehrt, hält er Gastvorlesungen an amerikanischen Universitäten.